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Winterstarre

Winterstarre
 

Das ist ein Thema, welches vielen Neueinsteigern "Bauchweh" verursacht. Man darf aber auf keinen Fall die Winterstarre ausfallen lassen, nur weil man sich nicht traut. Winterstarre ist kein Hexenwerk sondern ein Instinkt, dem die Tiere folgen.

 
Europäische Landschildkröten leben mit einer inneren Uhr und die Starre gehört dazu.

Tiere die nicht starren dürfen, wachsen zu schnell und nehmen zu schnell an Gewicht zu. Diese Tiere sind oft schon mit 4-5 Jahren geschlechtsreif. Bei einer naturnahen Haltung einschließlich Starrezeit werden die Tiere mit 8-9 Jahren geschlechtsreif. Dazu kommt, dass die meisten Tiere, die im Winter künstlich wach gehalten werden, in viel zu kleinen Terrarien mit ungeeigneten Lampen gehalten werden, auch das führt zu schwerwiegenden Krankheiten.

Tiere ohne Winterstarre werden oft nicht älter als 10-20 Jahre. Bei naturnaher Haltung mit Starre können die Tiere in Gefangenschaft bis zu 80 Jahre alt werden.

 
 
Vorbereitung auf die Starre:
 
 

Erster Schritt ist immer: Kotprobenkontrolle um noch rechtzeitig vor der Starre entwurmen zu können, falls notwendig. Nach der letzten Entwurmung müssen die Tiere noch mindestens 4 Wochen warm und am Fressen gehalten werden. Das Medikament und die toten Würmer müssen ausgeschieden werden, sonst droht eine Sepsis. Deshalb gebe ich die Kotproben meiner Tiere bereits Ende Juli ab.

Meine Tiere bereiten sich im Gewächshaus selbständig auf die Starre vor. Im Herbst werden die Tage kürzer und die Nachtemperaturen fallen. Meist so Ende September werden die Tiere ruhiger und fressen nur noch wenig. Einige meiner Tiere stellen bereits zu diesem Zeitpunkt das Fressen ein. Ich biete jedoch grundsätzlich bis Mitte Oktober Futter an.

Mittels meiner Gasheizung halte ich die Nachtemperaturen auf rund 10 Grad. Tagsüber biete ich Wärmelampen an. Mitte Oktober fange ich an, die Lampen jeden 2. Tag etwas höher zu hängen und die Brennzeit der Lampen zu verkürzen. Die Umgebungstemperatur halte ich tagsüber bei rund 15 Grad.

Nachdem das letzte Tier sich endgültig vergraben hat, lasse ich dann die Lampen noch rund eine Woche für 3-4 Stunden täglich an und auch die Gasheizung läuft in dieser Zeit noch, sodass die Tiere noch Zeit haben, zu verdauen.

Danach schalte ich die Lampen und die Heizung aus.

Die Tiere werdem dann so Ende November ausgegraben (je nach Außentemperaturen) und in den Kühlschrank überführt. Die Überführung findet statt, sobald die Außentemperaturen konstant bei rund 5 Grad liegen.

Ich bade die Tiere einmal im Oktober und einmal im März nach der Starre, wenn ich die Fotodokumentation anfertige. Darüber hinaus werden die Tiere bei mir nicht gebadet. Im Gewächshaus stehen Badeschalen in der Nähe der Lampen, sodass das Wasser immer gut temperiert ist. Wenn die Tiere mögen, können sie baden, müssen aber nicht.

 
Vorbereitung auf die Starre vom Innengehege
 
Bis zum Jahr 2008 habe ich meine Tiere im Herbst ins Haus in mein Innengehege geholt.

Meist holte ich die Tiere so Mitte September vom Außengehege nach drinnen. Das Terrarium stand im Gästezimmer. Die Lampen brannten dann 12 Stunden täglich, die Raumtemperatur lag bei rund 20 Grad, unter den Lampen hatte ich rund 35 Grad. Das Umsetzen in das Innengehege hat meinen Männchen nichts ausgemacht, sie fraßen normal weiter und zeigten auch sonst kein Anzeichen von Stress.

Im Laufe des Monats Oktober wurde die Lampenbrennzeit täglich verkürzt, die Lampen wurden immer ein wenig höher gehängt, sodass auch die Temperatur unter den Lampen ständig geringer wurde. Die Temperaturen habe ich dann langsam auf 15 Grad gedrosselt.

Ende Oktober waren dann die Lampen ganz aus, Fütterung wurde eingestellt.

Die Tiere verblieben dann noch rund eine Woche im Terrarium bei Temperaturen um 15 Grad.

Nach einer Woche  habe ich dann angefangen die Heizung zu drosseln um die Temperaturen langsam auf 10 Grad tagsüber und rund 5 Grad nachts zu senken. Notfalls wurden die Fenster geöffnet.

In dieser Zeit waren die Tiere meist schon sehr inaktiv und fingen an, sich im Terrarium einzugraben.

Sobald es dann auf Dauer nachts um 5 Grad kalt war, habe ich die Tiere dann ausgegraben und in ihren Boxen in den Kühlschrank verbracht. Das Umsetzen erfolgte immer am späten Abend.

Ich habe das wie gesagt einige Jahre so praktiziert, keines der Tiere wurde beim Umsetzen in den Kühlschrank wach. Probleme in der Starre hatte auch keines meiner beiden Männchen.

Im Februar habe ich dann die Tiere aus dem Kühlschrank geholt, und wieder in das Terrarium gesetzt. Die Heizung wurde dann langsam wieder hochgefahren und auch die Lampen wurden dann wieder dazugeschaltet.

Es dauerte oft nur einige Tage, und die Tiere wurden wieder wach und gingen ohne Probleme auch wieder ans Futter. Sobald es dann die Außentemperaturen zuließen, kamen sie wieder nach draußen in ihr Gehege.

Zwischenzeitlich habe ich ein Gewächshaus mit entsprechender Technik, die Tiere bereiten sich dort selbständig auf die Starre vor. 
 
 
 
 Starre im Kühlschrank:
 

Die Starre im Kühlschrank ist eine sehr sichere Methode. Man kann mittels eines UT 200 (zu bestellen bei conrad.de) die Temperatur des Kühlschranks bei 5 Grad halten. Der UT übernimmt die Regulierung des Kühlschranks, sodass dieser bei einem Defekt nicht plötzlich zu kalt wird und die Tiere eventuell erfrieren.
 
 
Überwinterungsboxen:

Ich benutzet Plastikbehälter (von Ikea oder aus dem Baumarkt). Diese werden mit Gartenerde gefüllt und dann am Tag vor der Überführung in den Kühlschrank ins Gewächshaus gestellt. Ich drücke kleine Kuhlen in die Erde und setze die Tiere um. Über die Tiere mache ich etwas Erde und darauf kommt feuchtes Laub. Über die Boxen hänge ich sehr feuchte Handtücher und so stelle ich die Boxen in den Kühlschrank. Das Handtuch wird regelmäßig nachgefeuchtet, sodass das Substrat schön feucht bleibt. Das Nachfeuchten mache ich einmal pro Woche und dabei wird der Kühlschrank auch gelüftet.

Wiegeproben oder sonstige Untersuchungen der Tiere erspare ich mir und den Tieren zwischenzeitlich.

Bisher hatte ich noch nie Probleme bei der Starre, es ist auch jedes Jahr jedes Tier wieder wachgeworden.

Die Umsetzung machte ich spät abends, damit zum einen die Temperatur im Gewächshaus in etwa der des zuvor eingeschalteten Kühlschranks übereinstimmte und zum anderen war es dann dunkel und die starrenden Tiere haben von dem Transport nichts mitbekommen.

Und so sah es in meinem Kühlschrank aus:





August 2013

Durch den Umzug in den Vorgarten wird sich auch unsere Art der Winterstarre verändern. Wir haben im neuen Gewächshaus drei große Mörtelwannen eingegraben. Dort sollen sich die Tiere für den Winter eingraben. 



Über die Mörtelwannen kommt Stroh, damit die Tiere sich dort abends zum Schlafen verstecken können. Schlafhäuser werde ich nicht mehr anbieten.

Und so sieht es dann im Winter aus:



 

März 2014

Die erste Winterstarre im Gewächshaus hat prima geklappt - alle Tiere sind munter aus der Starre erwacht und dank des milden Winters war es kein Problem, die Temperaturen zu halten.








 
   
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